Pressemitteilung zur Konferenz FUTURE EUROPE – 700 Teilnehmer in 5 Städten besuchen die FUTURE EUROPE – Experten aus Politik, Finanzwesen und Wissenschaft diskutierten städteübergreifend per Videoübertragung über die Zukunft Europas

Frankfurt am Main, 20. Juni 2018Europa steht an einem Scheideweg und vor entscheidenden Meilensteinen, wie es seine wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, seine politische Handlungsfähigkeit sowie seine globale Wettbewerbsfähigkeit erhalten und verbessern kann. Jetzt ist es dringend erforderlich, dass sich die EU neu erfindet, um ihrem Auftrag auch in Zukunft gerecht zu werden: Wohlstand und Frieden in Europa. Dies ist das Fazit der Konferenz „FUTURE EUROPE“, die am heutigen Mittwoch in Frankfurt am Main sowie zeitgleich in den europäischen Finanzmetropolen London, Paris, Amsterdam und Luxemburg stattfand. Insgesamt nahmen ca. 700 Gäste aus Finanzwirtschaft, Politik, Wissenschaft, Unternehmerverbänden und Medien an der Konferenz teil.

Dr. Andreas Dombret, Chairman von FUTURE EUROPE, und ehemaliges Mitglied im Vorstand der Deutschen Bundesbank, sagte in seiner Eröffnungsrede: „Diese Konferenz kommt im richtigen Moment: Präsident Macron und Bundeskanzlerin Merkel diskutieren eine neue Perspektive für Europa, der Brexit kommt immer näher und die transatlantischen Beziehungen müssen möglicherweise neu definiert werden. Außerdem findet morgen eine Sitzung der Eurogruppe und nächste Woche ein europäischer Gipfel statt. Die heutige Konferenz hat der europäischen Diskussion wichtige Impulse verliehen und sollte deshalb in Zukunft fortgesetzt werden.“ Zum Brexit, ein Aspekt, der sich durch den gesamten Tag zog, sagte Dombret: „Der Brexit gibt keineswegs automatisch einen Grund, beim Projekt der Kapitalmarktunion nicht mehr mit Großbritannien zusammenzuarbeiten – letztlich geht es um pragmatische Lösungen, die auch für die Finanzmärkte gefunden werden können.“

Konferenz an 5 Finanzplätzen gleichzeitig – Direkter Austausch zwischen Experten

FUTURE EUROPE ist ein innovatives Konferenzformat, das führende Experten miteinander vernetzt und so eine neue Form des Dialogs über zentrale europäische Zukunftsthemen ermöglicht. Zunächst findet der Gedankenaustausch in lokalen Panels statt, um dann unter Einsatz modernster Videotechnik städteübergreifend fortgesetzt zu werden. Initiiert wurde die Konferenz von der strategischen Kommunikationsberatung MALEKI CORPOPRATE GROUP.

„Future Europe ist eine neue Initiative, ein Think Tank in Form eines Netzwerks, mit dem Auftrag und der Vision, dass das europäische Projekt seine Rolle als Garant für wirtschaftliche und politische Stabilität wiedererlangt.“, sagte Dr. Nader Maleki, Gründer von FUTURE EUROPE sowie Gründer und CEO der MALEKI CORPORATE GROUP.

Die Konferenzen werden in enger Zusammenarbeit mit PwC sowie der Banque de France und der Société Générale in Paris und der ING Group in Amsterdam organisiert. Die London School of Economics and Political Science unterstützt das Projekt in London, die Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) ist federführend in Berlin. Die Gesamtorganisation sowie die Verantwortung für den Frankfurter Konferenzteil hat die MALEKI CORPORATE GROUP übernommen.

In der Konferenz wurden Effekte der aktuellen Issues wie Handelskrieg, Immigration, Brexit sowie die Bankenkrise kontrovers diskutiert.

Peter Praet, Mitglied im Vorstand der Europäischen Zentralbank, sagte: „Die EU stellt sich noch immer als ein Gebilde vieler nationaler Bankensysteme dar, was eine einheitliche Politik sehr kompliziert macht. Deshalb ist eine vollständige Banken- und Kapitalmarktunion so wichtig. Doch dafür sind noch einige ganz wesentliche Grundsatzentscheidungen zu treffen, etwa in dem Spannungsfeld zwischen Risiko-Reduzierung und Teilung von Risiken.

Der Brexit ist eine Herausforderung für den europäischen Kapitalmarkt

Im Mittelpunkt des ersten Panels „Finanzierung der EU-Wirtschaft“ stand unter anderem die Frage, welche Wege die EU27 nach dem Brexit vorrangig beschreiten sollte, um ein unabhängiger Finanzplatz mit einer hohen Attraktivität zu werden. Denn die entsprechenden Entscheidungen werden einen entscheidenden Einfluss auf die Position und den Einfluss der EU als globaler Finanzplatz haben, und damit auf seine Fähigkeit, das europäische Wirtschaftswachstum zu finanzieren.

„Als EU können wir es uns nicht erlauben, künftig von einem Offshore-Finanzmarkt abhängig zu sein. Der größte Binnenmarkt der westlichen Welt mit mehr als 450 Millionen Menschen braucht seinen eigenen Finanz- und Kapitalmarkt zur Stärkung seiner Wirtschaft und seiner Währung.“, sagte Harald Kayser, Vorstandsvorsitzender, PwC Europe SE (ab 1. Juli 2018).

Roland Boekhout, Member of the Management Board, ING Group (Amsterdam), sagte: „Wir brauchen eine grenzüberschreitende Bankenkonsolidierung, damit Europa und seine Banken global und nachhaltig wettbewerbsfähig werden. Wir müssen aufhören, in lokalen Märkten zu denken und stattdessen Europa zu unserem Markt machen – auch in der Finanzindustrie. Um die gegenwärtigen Hindernisse auf dem Weg zu einem pan-europäischen Banking zu überwinden, müssen wir die Bankenunion vollenden und den letzten Grundpfeiler, die europäische Einlagensicherung, implementieren. Letzteres sollte aber nicht die Geschwindigkeit bestimmen, mit der wir einen europäischen Bankenmarkt schaffen und der Konsolidierung nicht im Wege stehen.“

Lorenzo Bini Smaghi, Chairman of the Board of Directors, Société Générale (Paris), sagte: „Wirtschaftliche und politische Krisen passieren, aber es ist wichtig, dass sie nicht die Integrität der Eurozone gefährden, denn dies würde verheerende Effekte auf die gesamte Weltwirtschaft auslösen. Deshalb ist es wichtig, die Architektur der Währungsunion zu stärken, sie widerstandsfähiger zu machen und in die Lage zu versetzen, Schocks abzufedern“, sagte Smaghi.

Michael Rüdiger, CEO DekaBank Deutsche Girozentrale, sagte: „Auch wenn es in Deutschland zu keinem Zeitpunkt Anzeichen für eine Kreditklemme gab, haben wir aus Anlegerperspektive Interesse an einem sich weiterentwickelnden Anleihenmarkt. Wir sehen dies auch als Teil unseres Engagements zur Stärkung der Wertpapierkultur in Deutschland.“

Prof. Dr. Joachim Wuermeling, Mitglied des Vorstands der Deutschen Bundesbank, sagte: „Wenn Großbritannien die EU verlässt, könnte die Refinanzierung über den Finanzplatz London weniger effizient und teurer werden als bisher. Wir müssen deshalb hinterfragen, wie wettbewerbsfähig unsere Finanzmärkte im globalen Kontext sind und unsere eigenen, europäischen Kapazitäten stärken, um unser Wirtschaftswachstum weiter zu finanzieren.“

Eine stabile Eurozone ist für die EU insgesamt von zentraler Bedeutung

„Mit Blick auf den Brexit glaube ich an die Kraft des gesunden Menschenverstands. Vorübergehend gibt es vielleicht populistische Abweichungen, aber auf lange Sicht wird sich die wirtschaftliche Vernunft durchsetzen“, sagte Dame Minouche Shafik, Director, London School of Economics and Political Science.

Philippe Oddo, CEO der ODDO BHF Aktiengesellschaft, verwies auf die unterschiedliche Entwicklung von US- und EU-Banken seit der Finanzkrise und forderte angesichts dieser Entwicklung: „Wir müssen neu darüber nachdenken, wie wir die Banken in Europa stärken können, damit sie wieder wettbewerbsfähiger werden. Banken haben in den vergangenen Jahren sehr viel in IT für Regulierung investiert. Jetzt sollten wir stärker darüber nachdenken, wie wir den Banken das Leben erleichtern können, damit sie verstärkt in Innovation investieren können. Und deutsche Unternehmen zum Beispiel brauchen weniger die Kapitalmärkte – aber der deutsche Spirit sollte stärker aktien-orientiert sein.“

Das zweite Panel „Stärkung der Euro-Zone“ war von der Erkenntnis hinsichtlich der politischen und wirtschaftlichen Integration der EU geprägt, dass die Zukunft sowohl der Euro- als auch der Nicht-Euro-Mitgliedsstaaten eng miteinander verflochten ist und dass eine starke und stabile Eurozone sowohl für ihre Mitglieder als auch für die EU insgesamt von zentraler Bedeutung ist.

„Wir brauchen eine Fiskalunion um den Druck auf die Geldpolitik zu reduzieren“, sagte Jeroen Dijsselbloem (Amsterdam), ehemaliger Präsident der Eurogruppe und ehemaliger Finanzminister der Niederlande.

„Eine Staatsschuldenkrise im Süden ist in den nächsten zehn Jahren durchaus wahrscheinlich. Sei nicht selbstgefällig“, sagte Lord Mervyn King (London), Former Governor, Bank of England, London.

„Wir müssen den europäischen Mehrwert erhöhen. Ich bin froh, dass es seit gestern einen deutsch-französischen Konsens gibt. Jetzt können wir bei der Sicherheitspolitik, beim humanitären Umgang mit den Flüchtlingen, der Entwicklungshilfe, der Energie- und Klimapolitik und bei disruptiven Innovationen ein gemeinsames Europa bauen“, sagte Jakob von Weizsäcker, MEP (Frankfurt), Member of ECON, Group of the Progressive Alliance of Socialists and Democrats in the European Parliament, Brussels.

Europa steht am Scheideweg

Das dritte Panel „Europas Zukunft gestalten“ entfaltete sich vor dem Hintergrund der jüngsten geopolitischen Entwicklung. Europas Zukunft steht vor einem herausfordernden Umfeld – und auch das europäische Projekt selbst scheint nicht mehr der Garant für Stabilität zu sein, wie es das einmal war. Die Welt und Europas Platz in ihr ist ständig in Bewegung.

„Wir stehen an einem neuen Punkt in der Geschichte Europas: Ein Scheitern ist erstmals zwar nicht wahrscheinlich, aber durchaus möglich geworden, und zwar in einer absehbaren Zukunft. Die Nachkriegsära endet genau jetzt, und eine neue Weltordnung ist noch nicht entstanden. Das führt zu großer Unsicherheit – wir müssen Europa jetzt weiterentwickeln. “, sagte Dr. Norbert Röttgen, Vorsitzender im Auswärtigen Ausschuss des Deutschen Bundestags.

„Europa braucht Energie und Leidenschaft. In den 1950er Jahren trieb das Streben nach Frieden das Projekt Europa voran, in den 1980ern war es die wirtschaftliche Integration. Jetzt braucht Europa einen neuen Punkt am Horizont, um Energie und Leidenschaft neu zu wecken“, sagte Prof. Dr. Jan Peter Balkenende (Amsterdam) Former Prime Minister of The Netherlands, Member of the Supervisory Board ING.

Europa hat die Kraft für neue Antworten

Rund 150 Gäste aus Finanzwirtschaft, Politik, Wissenschaft, Unternehmerverbänden und Medien nahmen an der Konferenz in Frankfurt teil. Am Ende zog Professor Stefan Collignon, London School of Economics und Mitorganisator der Future Europe, ein optimistisches Resümee: „Es geht voran mit Europa. Das hat diese Konferenz deutlich bewiesen. Neue Aufgaben brauchen neue Lösungen, und wir zeigen, dass gemeinsam Europa die Kraft hat, neue Antworten zu finden.“

Mehr Informationen finden Sie unter: www.maleki.de

Über Maleki Corporate Group

Dr. Nader Maleki, Unternehmer am Finanzplatz Frankfurt, hat mit der Maleki Corporate Group eine neue Gesellschaft für strategische Beratung an den Start gebracht. Das Unternehmen mit Partnern in Berlin, München, Paris, London, New York, Peking, Teheran und Dubai berät zu Unternehmenskommunikation, Public Affairs, Nachhaltigkeit und ESG Integration sowie zu politischen und regulatorischen Entwicklungen. Die Ausrichtung hochkarätiger Events und Konferenzen und die Vermittlung erfolgskritischer Kontakte runden das Angebot ab. Über ihre Partner aus Wirtschaft, der Finanzbranche, aber auch aus Wissenschaft und Gesellschaft baut Maleki auf jahrzehntelange Erfahrungen und ein großes Netzwerk.

Pressekontakt:
Christiane Leonhardt
Member of the Executive Committee
Mobile: +49 (0) 160 90200038
Email: c.leonhardt@maleki.de

Matthias Dezes
Member of the Executive Committee
Mobile: +49 (0) 171 1450897
Email:
 m.dezes@maleki.de

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